Projektabschluss: Einfluss der Spülmaschinenreinigung auf die Schneidfähigkeit von Haushaltsmessern

Projekt: SFS – Schneidfähigkeit und Spülmaschine
Förderprogramm: INNO-KOM-MF
Förderkennzeichen: 49MF220251
Laufzeit: 01.08.2023 – 31.12.2025

Ausgangslage, Zielsetzung und Versuchsaufbau

Im Forschungsprojekt „Schneidfähigkeit und Spülmaschine“ wurde untersucht, welchen Einfluss die Reinigung von Haushaltsmessern in der Spülmaschine auf die Schneidfähigkeit hat. Ziel des Vorhabens war die wissenschaftlich fundierte Entwicklung von Prüfverfahren, mit denen die Beständigkeit der Schneidfähigkeit von Messern sowie die Verträglichkeit von Spülmaschinen, Spülprogrammen und Spülmitteln bewertet werden können.

Hierfür wurden Referenzprodukte definiert und systematische Untersuchungen zu Haushaltsmessern, Spülmaschinen und Spülmitteln durchgeführt. Bei der Entwicklung reproduzierbarer Prüfmethoden zur Bewertung der Schneidfähigkeit wurde das ursprünglich eingesetzte Schnittgut – eine mit ballistischer Gelatine gefüllte Wursthülle – durch PTFE-Folie ersetzt. Als messbares Kriterium für die Schneidfähigkeit wird die Kraft beim Eindringen der Klinge in das Prüfmedium gemessen. Durch zusätzliche Optimierungen konnte eine hohe Reproduzierbarkeit der Ergebnisse erreicht werden.

Im Rahmen des Projekts wurden umfangreiche Versuchsreihen durchgeführt. Dabei wurden unter anderem verschiedene Messertypen, Positionierungen in der Spülmaschine, Spülmittel, Verschmutzungsgrade sowie Langzeitbelastungen über 330 Spülgänge untersucht. Die Spülmaschine wurde nach Norm neben den Kochmessern auch mit Tellern und Tassen sowie Besteck beladen, um einen realen Spülprozess abzubilden. Die Schneidfähigkeit der Messer wurde jeweils vor und nach den Spülvorgängen gemessen und mit Referenzmessern verglichen.

Überraschende Ergebnisse

Die Untersuchungen zeigen, dass die Spülmaschinenreinigung selbst keinen nennenswerten Einfluss auf die Schneidfähigkeit der Messer hat. Die tribomechanische Belastung durch Wasserstrahlen und umlaufende Verunreinigungen führt zu kaum messbaren Veränderungen der Schärfe. Deutlich stärker wirkt sich hingegen die eigentliche Nutzung der Messer aus: Insbesondere der Kontakt der Klinge mit Schneidunterlagen sowie verschleißfördernden Schneidgütern beeinflussen die Schneidfähigkeit wesentlich stärker als die Reinigung in der Spülmaschine.

Gleichzeitig konnten weitere Effekte identifiziert werden. Bei vertikal im Besteckkorb eingeordneten Messern wurden teilweise mechanische Beschädigungen durch Kontakt mit anderen Besteckteilen festgestellt. Darüber hinaus traten abhängig von Messerstahl und Spülmittel vereinzelt Lochkorrosionen auf. Auch Veränderungen an Messergriffen wurden beobachtet – beispielsweise Glanzverlust oder Verfärbungen – bei Nieten als „Opferanoden“ kam es sogar zum Materialabtrag.

Geeignete Prüfverfahren

Als Ergebnis des Projekts konnten der Foliendruck- und der Folienzugschnitt als geeignete Prüfverfahren zur Bewertung der Auswirkungen von Spülmaschinenreinigungen auf die Schneidfähigkeit von Haushaltsmessern qualifiziert werden. Der Foliendruckschnitt wurde hier als bevorzugte Prüfmethode ausgewählt, da er sich als besonders sensibles und zerstörungsfreies Verfahren zur Erkennung selbst geringster Unterschiede in der Schneidfähigkeit von Messerklingen erwiesen hat.

Für weitere Informationen zum Forschungsprojekt besuchen Sie gerne die Projektseite.


Das Projekt wurde im Rahmen des INNO-KOM-Förderprogramms innerhalb des Moduls MF „Marktorientierte Forschung und Entwicklung“ gefördert.

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