Neue Veröffentlichung: Einblicke in die Fertigungstechniken der frühen Neuzeit

Die Klingenstadt: Solingen gilt seit Jahrhunderten als Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie. Die lange Tradition der Klingen- und Waffenherstellung prägt die Stadt bis heute und macht sie zu einem bedeutenden Standort für die Erforschung historischer Fertigungstechniken. Um mehr über die metallurgischen Verfahren der frühen Neuzeit zu erfahren, untersuchte die FGW gemeinsam mit dem Deutschen Klingenmuseum Solingen ein Degenfragment aus dem 17. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand die Frage, mit welchen Fertigungstechniken der Degen hergestellt wurde. Ziel des gemeinsamen Projekts war es, historische Herstellungsverfahren mithilfe moderner metallkundlicher Methoden zu analysieren und nachvollziehbar zu machen.

Hierfür kamen sowohl zerstörungsfreie als auch zerstörende Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Durch die Kombination verschiedener Analyseverfahren konnten unter anderem die verwendete Falt- und Verbundtechnik sowie gezielt durchgeführte Wärmebehandlungen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse liefern wertvolle Einblicke in die handwerklichen und metallurgischen Fähigkeiten der frühen Neuzeit und tragen zum besseren Verständnis historischer Fertigungsprozesse bei.

Die Untersuchung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Klingenmuseum Solingen, das die Geschichte der Schneidwarenherstellung und der Klingenindustrie dokumentiert und erforscht. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen eindrucksvoll, wie moderne Werkstoffanalytik dazu beitragen kann, historische Herstellungsverfahren sichtbar zu machen und technisches Wissen vergangener Jahrhunderte zu rekonstruieren.

Die Ergebnisse wurden im Fachbeitrag Einblick in die Fertigungstechniken der frühen Neuzeit: Untersuchung eines Degenfragments unter Anwendung von metallkundlichen Analysemethoden veröffentlicht.

Darüber hinaus wird die FGW die Arbeiten auf der diesjährigen Metallographie-Tagung in Leoben vorstellen und dort mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie diskutieren.


Bildquelle: Deutsches Klingenmuseum; Das Bild zeigt die goldfarbige Einlage des Degens mit der Aufschrift „MEFECIT SOLING’N“ (Übersetzung: „Mich schuf Solingen“).

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