FGW auf der 60. Metallographie-Tagung 2026 in Leoben

Vom 23. bis 25. September 2026 fand an der Montanuniversität Leoben die 60. Metallographie-Tagung statt. Die internationale Fachtagung zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum für Materialographie, Metallographie und Mikrostrukturcharakterisierung. Thematische Schwerpunkte waren unter anderem die mikroskopische Charakterisierung von Werkstoffen, digitale Bildverarbeitung, KI-Methoden in der Materialographie sowie Gefügeuntersuchungen in Qualitätssicherung und Schadensanalyse.

Die FGW war in diesem Jahr mit zwei Fachbeiträgen vertreten:

  • Im Vortrag „Mikrostrukturelle Untersuchungen am mittels PBF-LB/M verarbeiteten Schnellarbeitsstahl HS6-5-3“ stellte Dr. Romina Krieg, Fachbereichsleiterin Werkstoffe an der FGW, die Untersuchungen der FGW zur Mikrostruktur des mittels PBF-LB/M additiv gefertigten Schnellarbeitsstahls vor. Mithilfe mikroskopischer und analytischer Verfahren wurde der Einfluss von Prozessparametern und Abkühlraten auf die Martensitbildung und Karbidausscheidung erprobt. Dabei wurde gezeigt, wie Belichtungsstrategie und Bauplattformheizung die resultierende Mikrostruktur in Abhängigkeit von der Bauteilgeometrie beeinflussen.
  • Nefeli Klonis, Techniker im Fachbereich Werkstoffe an der FGW, zeigte in ihrem Beitrag, wie moderne materialwissenschaftliche Untersuchungsmethoden eingesetzt werden können, um historische Fertigungsprozesse und Werkstoffkonzepte nachzuvollziehen. Anhand eines Degenfragments aus dem 17. Jahrhundert wurden Erkenntnisse zu Herstellungsverfahren und Werkstoffeigenschaften der frühen Neuzeit vorgestellt. Die Ergebnisse wurden im Fachbeitrag „Einblick in die Fertigungstechniken der frühen Neuzeit: Untersuchung eines Degenfragments unter Anwendung von metallkundlichen Analysemethoden“ in den BHM Berg- und Hüttenmännischen Monatsheften veröffentlicht.

Mit den beiden Beiträgen spannte die FGW den Bogen von aktuellen Fragestellungen der additiven Fertigung bis hin zur Analyse historischer Werkstoffe, und machte die Bandbreite moderner metallkundlicher Untersuchungsmethoden und deren Einsatz in Forschung, Entwicklung und Kulturguterhaltung deutlich.

Fotos ©The Austrian Society for Metallurgy and Materials (ASMET)

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